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Extremismus und Radikalisierung – Handlungskompetenz für die Bildungsarbeit

Religiös begründete und extremistische
Strömungen sind im öffentlichen Raum und auch in Bildungseinrichtungen sichtbarer geworden. Wenn Jugendliche sich plötzlich anders verhalten oder mit demokratiefeindlichen Sprüchen auffallen, dann ist es gut, wenn pädagogische Fachkräfte darauf souverän reagieren. Das Kontaktstudium „Extremismus und Radikalisierung: Handlungskompetenz für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen“ befähigt Sie, verschiedene Formen von Extremismus und Radikalisierung zu erkennen, Jugendliche für die Thematik zu sensibilisieren sowie in begründeten Verdachtsmomenten die Gefahrenlage abzuschätzen und gemeinsam mit geeigneten Akteuren konkrete Schritte für ein angemessenes Vorgehen einzuleiten.

  • Kompakt, online und vernetzend in drei thematischen Blöcken
  • Umfassendes Netzwerk der beteiligten Personen und Institutionen
  • Forschungsbasierter Input in Kombination mit Fallbeispielen und Anwendungsaufgaben

Termine / Veranstaltungsort / Kosten

TerminVeranstaltungsort Kosten
Kurs läuft bereits. Weitere Termine in Planung.

Veranstalter und Veranstaltungsort

Veranstalter

Pädagogische Hochschule Heidelberg

Veranstaltungsort

Online

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe

Alle, die mit Jugendlichen arbeiten

Teilnahmevoraussetzungen

Am Kontaktstudium kann teilnehmen, wer ein einschlägiges Hochschulstudium (im Mindestumfang von 180 LP oder mit mindestens dreijähriger Regelstudienzeit) abgeschlossen hat oder die erforderliche Eignung durch eine Ausbildung sowie erste Berufserfahrungen im Bildungs- oder Ausbildungsbereich nachweisen kann.

Zulassungsunterlagen

Nachweise über einschlägiges Hochschulstudium sowie erste Berufserfahrungen laut Teilnahmevoraussetzungen (s.o.).

Inhalte und Lernziele

Inhalte

Block 1 Einführung in Extremismus und Radikalisierung: Erscheinungsformen, Begrifflichkeiten und aktuelle Entwicklungen.

Sie werden in die soziologischen, psychologischen und rechtlichen Grundlagen der Auseinandersetzung mit dem Themengebiet Extremismus eingeführt. Sie lernen verschiedene Formen von religiös motiviertem Extremismus kennen, erhalten Einblicke in den Prozess der Radikalisierung von Jugendlichen und lernen aktuelle Entwicklungen insbesondere in Europa und Deutschland kennen und historisch begründet zu verstehen.

Block 2 Islamistische Radikalisierung und Rekrutierung: Möglichkeiten der (pädagogischen) Intervention.
Sie lernen die realen Orte und virtuellen Räume der salafistischen Ansprache und Rekrutierung kennen und analysieren Islamismus und Salafismus als jugendkulturelles Radikalisierungsphänomen. An konkreten Fallbeispielen erörtern Sie gemeinsam mit der Seminarleitung und weiteren Expert:innen aus verschiedenen Praxisfeldern Möglichkeiten des Umgangs mit Verdachtsfällen und Optionen für eine wirkungsvolle Intervention.

Block 3 Salafismusprävention und Überblicke über De-Radikalisierungsprogramme.
Sie erhalten einen Überblick über die institutionellen Strukturen zur Prävention in Ihren jeweiligen Bundesländern sowie über außerschulische und schulische Präventionsprogramme. Darüber hinaus präsentieren Sie der Seminargruppe eine selbst erarbeiteten Fallanalyse aus Ihrer Praxis und stellen diese zur Diskussion.

Ablauf

Das Zertifikatsstudium ist in drei thematische Blöcke unterteilt, die jeweils 1,5 Online-Seminartage (freitags von 17:00 bis 20:00 Uhr und samstags von 10:00 bis 16:00 Uhr) und durch E-Learning Kurse unterstützte Selbstlernphasen von 4-6 Wochen umfassen. Im dritten Block präsentieren Sie der Seminargruppe eine selbst erarbeiteten Fallanalyse aus Ihrer Praxis und stellen diese zur Diskussion. Insgesamt werden 6 Credit Points erworben.

Lernziele

  • Verschiedene Formen von Radikalisierung und Extremismus unterscheiden und eine begriffliche Klärung vornehmen.
  • Verschiedene Formen der Ansprache durch religiös motivierte Extremisten erkennen (z.B. Internet, Peers, Sportvereine, Moscheen) und wissen, welche Wirkmechanismen den Anwerbeversuchen zugrunde liegen.
  • Anhand von Fallbeispielen Phasen der Radikalisierung erkennen und passende Interventionsmöglichkeiten auswählen.
  • Die wichtigsten Akteure der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention benennen und wissen, wie die Prozesse der Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit ablaufen.
  • Im Rahmen der Sensibilisierungsarbeit unterrichtliche Inhalte zum Thema - durch Auswahl geeigneter Materialien und Medien - planen und durchführen.
  • In begründeten Verdachtsmomenten die Gefahrenlage abschätzen und konkrete Schritte für ein angemessenes Vorgehen einleiten.

Format, Abschluss, Qualitätssicherung

Lehr- / Lernformat

Online

Abschluss

Zertifikat

Creditpoints (ECTS)

6

Sprache

Deutsch

Termine und Fristen

Der aktuelle Kurs hat bereits begonnen. Neue Termine werden online bekanntgegeben.

Dozent*innen

Prof. Dr. Havva Engin
PH Heidelberg

Dženeta Isaković M.A.
Mosaik Deutschland e.V.

Günther Bubenitschek
WEISSER RING e.V.

und weitere Expert*innen

Ihre Weiterbildung soll größer oder kleiner sein?

Was sagen die anderen?

Das Kontaktstudium bietet für Menschen aller Glaubensrichtungen einen tollen Einblick in Hintergründe, Muster und persönliche Entwicklungen von religiös begründeten Radikalisierungsprozessen. Es hat mich für meine zukünftige Tätigkeit mit jungen Menschen und deren Eltern sehr handlungssicher gemacht.
Absolvent*in des Kontaktstudiums
Ich kenne nun einschlägige Beratungsstellen und habe Materialien zum Nachlesen. Am wichtigsten ist jedoch, dass ich ein Netzwerk aufgebaut habe und auf die Kontakte zurückgreifen kann, wenn ich einen Fall habe.
Absolvent*in des Kontaktstudiums
Dieses Kontaktstudium hat mich für meinen beruflichen Alltag professionalisiert, da an ganz konkreten Fallbeispielen gearbeitet wurde und Fachkräfte aus unterschiedlichen Professionen ihre Expertise und Erfahrungen sehr lebensnah vermittelt haben. Es war intensiv, aber sehr kurzweilig!
Absolvent*in des Kontaktstudiums