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Fernerkundung (CAS)

Mit dem Certificate of Advanced Studies (CAS) Fernerkundung erarbeiten Sie sich grundlegende Fähigkeiten zu Methoden und Konzepten der Fernerkundung, zur Analyse und Lösung räumlicher Fragestellungen unter Berücksichtigung verschiedener Ansätze der Fernerkundung. Sie erlernen die Anwendung von Filteralgorithmen zur Bildverbesserung, zur Georeferenzierung, zu Vegetationsindices und verschiedenen Klassifikationsverfahren.
Sie arbeiten mit folgenden Werkzeugen:

  • ERDAS Imagine (kommerziell)
  • Sentinel Application Platform (SNAP) der ESA (Open Source)
  • eCognition (kommerziell)
  • GIS-Software (kommerziell und Open Source)
  • Hohe zeitliche Flexibilität in Ihrer Weiterbildung
  • Hohes Maß an Flexibilität für Ihr Buchungsverhalten: Sie belegen nur das, was Sie wirklich brauchen
  • Fachübergreifende und systemunabhängige Kompetenzen

Termine / Veranstaltungsort / Kosten

TerminVeranstaltungsort Kosten
21.04.2023 - 17.09.2023
Artikel-Nr.: UTB-Fernerk-CAS-202304
Tübingen & online 3.500,00 

Veranstalter und Veranstaltungsort

Veranstalter

Universität Tübingen
Geographisches Institut

Veranstaltungsort

Rümelinstr. 19-23
72070 Tübingen
und Online

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe

Im Modul „GIS 1“ erhalten Einsteiger*innen aus allen Berufsgruppen die grundlegenden Fertigkeiten, um mit GI-Systemen zu arbeiten. Alle weiteren Kurse richten sich an Personen, die bereits mit Geodaten arbeiten. Z.B.:

  • Ingenieur*innen,
  • Verwaltungsangestellte,
  • Kartograph*innen,
  • Landschafts- und Raumplaner*innen,
  • Biolog*innen,
  • Geolog*innen,
  • Forstwirte,
  • Archäolog*innen,
  • Fachkräfte aus dem Geomarketing und der Energiewirtschaft,
  • Jurist*innen,
  • Sicherheitsbeauftragte oder Katastrophenschützer*innen.

Teilnahmevoraussetzungen

  • Hochschulabschluss; beruflich erworbene Kompetenzen können als vergleichbare Kompetenz anerkannt werden.
  • Fundierte Kenntnisse aus den Modulen GIS 1 und GIS 2; sie können durch einen Kursbesuch oder fundierte berufspraktische Erfahrungen nachgewiesen werden.
  • Gute EDV Kenntnisse (Hard- und Software).
  • Gute Englischkenntnisse.
  • Eigener leistungsfähiger Rechner; dieser wird zu den Präsenzphasen mitgebracht; die Home Use Lizenz der benötigten Software ist vor der Veranstaltung installiert.

Inhalte und Lernziele

Inhalte

Module:

  • Einführung in die Fernerkundung 1
  • Einführung in die Fernerkundung 2
  • Geostatistik
  • Fernerkundung 3

Ablauf

Das CAS setzt sich aus 4 Modulen zusammen, die auch einzeln gebucht werden können. Jedes Modul besteht aus 3 Präsenztagen an der Universität Tübingen und einer darauffolgenden Onlinephase, die Onlineseminare und eine Selbstlernphase beinhaltet. Je Modul ist mit einem Arbeitsaufwand von 60 Unterrichtseinheiten (UE) zu rechnen. Zu einem erfolgreichen Abschluss des CAS gehört eine Projektarbeit im Umfang von 60 UE.

Lernziele

Sie können Fernerkundungsdaten recherchieren, bearbeiten und auswerten. Sie verstehen die Konzepte optischer Systeme und von Radarsystemen. Sie verstehen Grundlagen und die Anwendung von überwachter, unüberwachter und objektorientierter Bildklassifikation als Importebenen für die weitere Analyse mit GI-Systemen. Sie können statistische Auswertungen vornehmen und damit Ihre Analysen erweitern.

Format, Abschluss, Qualitätssicherung

Lehr- / Lernformat

Blended-Learning

Abschluss

Zertifikat: Certificate of Advanced Studies (CAS)

Zeitaufwand

300 Stunden

Creditpoints (ECTS)

10

Sprache

Deutsch

Gruppengröße

bis zu 18 Teilnehmende

Aussagen zur Qualitätssicherung

Das TZWW ist seit 2015 als Träger nach der AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifiziert. Als Maßnahme wurde das Zertifikatsstudium Geodatenmanager/-in mit seinen Abschlüssen Diploma of Advanced Studies (DAS) sowie Certificates of Advanced Studies (CAS) zertifiziert. Im Zuge der AZAV-Zertifizierung unterliegen unsere Angebote jährlich einem externen Qualitätsaudit. Die Qualitätsrichtlinien des TZWW können in unserem Qualitätshandbuch nachgelesen werden.

Termine und Fristen

Anmeldefrist

07.04.2023

Kosten

Kosten

3.500,00 € (MwSt.-befreit)
Bitte beachten Sie, dass Sie die Home Use Lizenz selbst erwerben müssen. Die Kosten für die Software sind ca. 150,- €.
Ein Probemodul kann im Vorfeld einzeln gebucht und mit dem Gesamtpreis verrechnet werden.
Die Teilnahme am Kurs kann nach dem SGB III gefördert werden.

Dozent*innen

Herr Jörg Knödler

Was sagen die anderen?

Vor wenigen Jahren stand meine berufliche Zukunft noch in den Sternen. Heute kann ich sagen, dass ich auf meiner jetzigen Stelle mindestens bis zur Rente vollauf beschäftigt sein werde. Aufgrund einer schweren Erkrankung konnte ich damals meinen Beruf als Rettungsassistent nicht länger ausüben. In einem Artikel stieß ich auf das Weiterbildungsangebot der Uni Tübingen. Die Rentenversicherung sagte mir die Kostenübernahme zu. Ich schloss die Zertifikatslinie GIS komplett und den Bereich Fernerkundung weitgehend ab und schnupperte bei den Geodaten-Modulen. Dank dieser Weiterbildung bin ich heute in der GIS-Systemadministration der Regionalleitstelle für die Landkreise Sigmaringen, Ravensburg und dem Bodenseekreis zuständig. Im Gegensatz zu früher müssen heute Rettungsfahrzeuge spätestens 15 Minuten nach dem Eingang des Notrufes vor Ort sein. Meine Aufgabe ist es, diesen Anspruch zu erfüllen. Außerdem müssen die Patienten, je nach Schwere der Erkrankung, mit dem dafür ausgestatteten Fahrzeug in die entsprechende Schwerpunktklinik gebracht werden. Und dies innerhalb von einer Stunde, auch Golden Hour genannt. GIS ist mittlerweile mein täglich Brot. Vor kurzem musste ich einen Layer für die Landesgartenschau in Überlingen entwickeln. Koordinaten der Attraktionen und mögliche Fahrtwege müssen für den Notfall registriert sein. Ständig müssen neue Daten, wie Wohngebiet, Straßen und Hausnummern aktualisiert werden. Auf OpenStreetMap-Daten ist dabei nicht immer Verlass. Kürzlich waren in Wangen zwei Straßen vertauscht, ganz abgesehen von vielen Weilern und Höfen, die gar nicht erst auftauchen. Im Notfall ist das eine Gefahr für Leib und Leben.
Erwin Forderer (58) ist als Systemadministrator der Regionalleitstelle des Landkreises Ravensburg und des DRKs für die Landkreise Sigmaringen, Ravensburg und Bodenseekreis zuständig.
Im Grunde genommen habe ich meine Weiterbildung bei der Universität Tübingen einem Zufall zu verdanken. Ich bin Ingenieur für Elektro- und Informationstechnik und habe im Bereich Photonenmessung promoviert. Der Grund für meinen fast jährlichen Besuch der INTERGEO, der Fachmesse für Geodäsie, Geoinformationen und Landmanagement, war allerdings meinem Hobby, der Luftarchäologie, geschuldet. Dabei hat der Stand des Tübinger geographischen Instituts mein Interesse geweckt. Einerseits versprach ich mir von dem Bildungsangebot mehr Einblick in die Fernerkundung, andererseits schien mir die Vereinbarkeit mit meinem Beruf durchaus machbar. Die Finanzierung der Weiterbildung habe ich selbst übernommen. Mein Arbeitgeber hat meine Fehltage als Bildungsurlaub anerkannt. Erfreulicherweise habe ich in der von mir absolvierten Zertifikatslinie einige Schnittstellen zur Sensorikentwicklung festgestellt, mein momentanes Arbeitsgebiet beim Automationsunternehmen Balluff. In meiner Weiterbildung habe ich Python-basierte Tools wie QGIS kennengelernt, aufgrund derer ich nun neue Möglichkeiten bei der Programmierung meiner eigenen Tools habe. Ich finde es von Vorteil, dass das Konzept des geographischen Instituts ein breites Allgemeinverständnis für Geoinformationssysteme vermittelt. Dann obliegt es jedem und jeder Einzelnen, sich sein und ihr Spezialgebiet selbst zu erarbeiten. Zumindest ich habe es so gemacht und profitiere noch heute davon.
Dr. Matthias Hofherr (39) ist Ingenieur für Elektrotechnik und Informationstechnik und hat die Zertifikatslinie „Fernerkundung“ absolviert.
Rückblickend bin ich immer noch überrascht, wie stressfrei sich meine Arbeit bei den Augsburger Stadtwerken mit meiner Weiterbildung zum Geodatenmanager an der Uni Tübingen vereinbaren lässt. Nach Abitur und Ausbildung zum Geomatiker wollte ich tiefer in die Welt der Geographischen Informationssysteme (GIS) eintauchen. Ein komplettes Hochschulstudium parallel zum Beruf schien mir zu aufwändig. Dann erfuhr ich vom Weiterbildungskonzept der Tübinger Geographen. Pro Modul ein dreitägiges Wochenendseminar als Präsenzpflicht plus einmal wöchentlich ein abendliches Webinar, das lag für mich im Bereich des Machbaren. So sah das auch mein Arbeitgeber, die Stadtwerke Augsburg. Er stellte mich bei Bedarf frei und übernahm die gesamten Weiterbildungskosten. Dank dieser angenehmen zeitlichen Einteilung habe ich mittlerweile die Zertifikatslinien „Fernerkundung“ und „Geodaten“ absolviert und schreibe momentan an meiner abschließenden Projektarbeit. Natürlich habe ich bereits im Zuge meiner Ausbildung zum Geomatiker Erfahrungen im Umgang mit GIS gemacht, die Tübinger Weiterbildung hat mir aber ein wesentlich detaillierteres Wissen über Geodaten vermittelt. Inzwischen bin ich bei den Stadtwerken in eine Stabstelle für Digitalisierung/digitale Transformation gewechselt. Ziel in einem derzeit laufenden Projekt ist es, Daten aus allen Fachbereichen und Sparten, die zum Teil noch in alten Leitungskatastern verankert sind, in ein umfangreiches Geoinformationssystem zu überführen.  In der Kommunikation mit den Vertretern einzelner Sachgebiete kommen mir auch meine Kenntnisse der Zertifikatslinie „Geodaten“ zugute. Unter anderem habe ich hier gelernt, Daten besser zu vermitteln und zu visualisieren. Auf diesem Wege konnte ich den Background von anderen Mitarbeitern, die sogar seit Jahren im Umgang mit GIS geübt sind, nochmals erweitern. Dadurch gibt es immer mehr Ideen, mit welchen zusätzlichen Informationen das GIS noch angereichert werden könnte. Nach und nach entsteht so ein Geoinformationssystem mit einer unglaublichen Datenfülle. Je mehr Knowhow im GIS steckt, desto besser ist das Ergebnis. Auch wenn die Arbeit aufwändig erscheint. Geodaten und GIS sind entscheidend für Zukunftsprojekte. Dank des im Rahmen meiner Weiterbildung erworbenen Wissen ist es mir möglich, diese Zukunft mitzugestalten.
Tim Leutenmaier (26) ist bei den Stadtwerken Augsburg beschäftigt und befindet sich am Ende seiner Weiterbildung zum Geodatenmanager an der Uni Tübingen.