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Weiterbildungsformate: Was ist das richtige für mich?

„Ich mache gerade eine Weiterbildung.“

Haben Sie das auch von Bekannten gehört? Oder spielen Sie selbst mit dem Gedanken? Dann sind sie nicht allein: Viele haben beschlossen, aus dem Winter 2020/21 mit seinen Corona-bedingten Beschränkungen das Beste zu machen und sich fortzubilden.

Doch Weiterbildung ist nicht gleich Weiterbildung. Wir erläutern, worauf Sie bei der Wahl Ihres Angebots achten sollten.

Was fällt eigentlich unter „Weiterbildung“?

Drei große Bereiche werden landläufig unter dem Begriff „Weiterbildung“ zusammengefasst:

  • non-formales Lernen
  • formales Lernen
  • informelles Lernen

Der erste ist das non-formale Lernen. Darunter fällt zum Beispiel ein Sprach- oder Kreativ-Kurs an der Volkshochschule, eine kurzer Online-Workshop oder der Besuch eines Motivations-Seminars. Diese Formate laufen systematisch geplant ab, zielen aber nicht auf einen anerkannten Abschluss oder ein Zertifikat.

Die zweite Option ist das formale Lernen, das heißt: eine Weiterbildung mit Abschluss. Klassisches Beispiel ist ein berufsbegleitendes Studium. Aber es geht auch anders: Zertifikatskurse und -programme bieten viele Hochschulen in Deutschland an, ihre Bedeutung übertrifft die der berufsbegleitenden Studiengänge mittlerweile deutlich. Diese Kurzformate machen rund 75 Prozent des Angebotsportfolios in den hochschulischen Weiterbildungseinrichtungen aus.

Dann gibt es noch das informelle Lernen: Wir alle lernen tagtäglich Neues, zum Beispiel durch ein Gespräch mit der Vorgesetzten oder den Kollegen oder einen Artikel oder Buch mit beruflichem Bezug. Für diese Art des Lernens gibt es jedoch meistens keinen offiziellen Nachweis – zu unterschätzen ist es dennoch nicht!

Berufsbegleitendes Studium

Wenn Sie einen akademischen Abschluss erwerben wollen, dann ist der Weg klar: Eine Hochschule oder Universität bietet Ihnen die Möglichkeit ein berufsbegleitendes Studium aufzunehmen und zum Beispiel Ihren Master zu erlangen.

Besonders attraktiv für Berufstätige ist ein modulares Studium, wie das Masterstudium Interdisziplinäre Gesundheitsförderung oder der Master Instruktionsdesign. Hier können Sie mit einem einzelnen Weiterbildungsmodul starten, um sozusagen den Zeh ins Wasser zu stecken. So lassen sich Fragen abklären, die für den Erfolg wichtig sind, ohne sich direkt ins Studium einzuschreiben zu müssen: Passt es vom Format und den Inhalten zu meinen Erwartungen? Wie komme ich mit der zusätzlichen zeitlichen Belastung klar?
Dann können Sie weitere Module dazu kombinieren und so Ihren Abschluss flexibel erlangen.

SChneller zum Abschluss: Weiterbildungen an Universitäten und Hochschulen

Aktuell steigt die Nachfrage nach – und das Angebot – an kürzeren Weiterbildungsformaten. Toni Charlotte Bünemann, Abteilungsleiterin Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Freiburg, erklärt:

„Ein akademischer Weiterbildungsabschluss ist schön, doch wenn man schon einen hat oder keinen benötigt, sind weiterbildende Kurzformate noch attraktiver.“

Ihr Vorteil: Sie sind zeitlich und thematisch stärker fokussiert und ermöglichen dadurch eine gezielte Weiterbildung. So können sie unterschiedliche Funktionen haben, nämlich als beruflich erforderliche Qualifikationsnachweise dienen oder aus rein intrinsisch motivierten Lerngründen besucht werden. Für Kurzformate sprechen aus Sicht der Befragten vor allem die Vorteile ihrer flexiblen Nutzung in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt sowie größere zeitliche und finanzielle Spielräume.

In Zukunft erwartet Frau Bünemann einen anhaltenden Trend zu kürzeren Weiterbildungsformaten:

„Die Hauptzielgruppe wissenschaftlicher Weiterbildung sind Berufstätige, die sich weiterqualifizieren wollen. Durch die aktuelle Corona-Rezession wird die Nachfrage nach Kurzformaten steigen, denn sie bieten kurzfristig eine flexibilisierte Antwort auf inhaltliche und zeitliche Vorstellungen der Lernenden. Umfangreichere Zertifikatsprogramme kommen in dem aktuellen Kontext deutlich seltener zum Einsatz. Die Erwartungen an Qualität umfassen nicht nur das fachliche Niveau, sondern auch an Aktualität, Interaktivität und Verwendbarkeit im beruflichen Leben.“

An Hochschulen wächst die Zahl von eigenständigen Kurzformaten, die unabhängig von einem Studiengang angeboten werden. Die weiteren Wachstumsaussichten sind positiv, 68 Prozent der hochschulischen Weiterbildungseinrichtungen erwarten eine Zunahme bei der Nachfrage und dem Angebot von Zertifikatskursen und -programmen. Daneben behaupten sich berufsbegleitende Studiengänge durch Modularisierung und Anerkennungsmöglichkeiten weiterhin.

Das bedeutet für Sie: Mehr Optionen bei der Wahl Ihrer individuell passenden Weiterbildung!